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Als die Kremmener Bahn als „Eisenbahn untergeordneter Bedeutung" geplant wurde, konnte niemand vorhersehen, dass diese Nebenbahn später eine der am stärksten belasteten Strecken Berlins war. Die Kremmener Bahn sorgte für einen Aufschwung der an ihr liegenden Ortschaften. In kurzer Zeit siedelten sich große Industriebetriebe wie Borsig in Tegel und die AEG in Hennigsdorf an, denen es in der damaligen Reichshauptstadt Berlin zu eng wurde. 1905 war die Strecke abschnittsweise dreigleisig. Meines Wissens einzigartig in Preußen. 

Ihre größte Blüte hatte die Strecke zwischen 1920 und 1945. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeuteten Demontage des zweiten Gleises und das Spannungsfeld des sog Kalten Krieges. Der Gare Française Berlin Tegel repräsentiert wie keine andere Einrichtung die Nachkriegsordnung. Andererseits sieht man am Bahnhof Stolpe Süd als Kontrollbahnhof die politischen Spannungen zwischen Ost und West. Auf der anderen Seite wurden technische Neuheiten als Erstes auf der Kremmener Bahn angewandt: Die Gleichrichterwerke Tegel und Hennigsdorf erhielten 1927 Quecksilbergleichrichter statt Umformer. Begleiten Sie mich durch das stete Auf und Ab einer Strecke, die heute leider nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Das Titelbild zeigt die Gleisseite des Bahnhofs Tegel im Jahre 1904. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Grimm vom Tegelportal.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spass beim Lesen und Stöbern.

„Wie Dalldorf einen Bahnhof bekam". Vorstellung meiner Arbeit durch einen Artikel in der Berliner Morgenpost vom 4. Juni 2018

Wo verläuft die Strecke?

Streckenübersicht

Die Kremmener Bahn beginnt am Bahnhof Schönholz der Berliner Nordbahn. Sie schwenkt nach Nordwesten aus der Nordbahn raus und verläuft über Tegel, Heiligensee, Hennigsdorf, Velten nach Kremmen, ihren Endpunkt. Von der insgesamt 33,4 km Streckenlänge verlaufen 13,3 km im heutigen Berliner Bezirk Reinickendorf, die restlichen rund 20 km im Bundesland Brandenburg. Links sehen Sie eine Streckenkarte von 1939. Von Schönholz bis nach Velten war die Strecke eine Hauptbahn, von Velten nach Kremmen  bis in die 1990er Jahre eine Nebenbahn. Eine Besonderheit war auch die Betriebsführung auf dieser Strecke: War auf den anderen bedeutenden Strecken Berlins der Vorort- bzw S-Bahnverkehr vom Fernverkehr durch eigene Trassen voneinander getrennt, war die Kremmener Bahn ab der Abzweigstelle Tga eine Gemeinschaftsstrecke für den Vorort- und Fernverkehr bis Velten. Heute ist leider keine durchgehende Verkehrsführung von Schönholz nach Kremmen mehr möglich. Im Bahnhof Hennigsdorf erfolgte eine Trennung zwischen dem S-Bahn- mit dem Regionalverkehr. Baulich bedingt ist der Bahnhof Hennigsdorf von beiden Seiten ein Kopfbahnhof. Das wird sich erst wieder ändern, wenn die lang diskutierte Verlängerung der S-Bahn nach Velten Realität werden sollte.